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Kenia Drucken E-Mail
Kenia ist ein Staat in Ostafrika. Er grenzt an den Sudan, Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda und den Indischen Ozean.

Amtssprache: Swahili, Englisch
Hauptstadt: Nairobi
Staatsform: Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident Mwai Kibaki
Fläche: 582.646 km²
Einwohnerzahl: 34.707.817 (Quelle: CIA 2006)
Bevölkerungsdichte: 59,6 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner: 600 USD (2006)

Bevölkerung
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 49 Jahren. Das Land wird von ca. 40 verschiedenen Kulturen bevölkert. Die meisten Einwohner sind Angehörige von Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba, Kisii), wobei die Kikuyu mit ca. 22 % die größte Ethnie Kenias darstellen. Der Nordosten des Landes wird überwiegend von Somali bewohnt.

Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):
Nairobi: 2.750.562 Einwohner
Mombasa: 799.636 Einwohner
Kisumu: 394.684 Einwohner
Nakuru: 259.934 Einwohner

Religion
Über 70 Prozent der Bevölkerung sind Christen: (davon 51 Prozent Anhänger der über 200 verschiedenen afrikanischen Kirchen und Protestanten. 20 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Katholiken). 2005 zählte man ferner knapp 20.000 Zeugen Jehovas im Land. Und mit 105.000 Mitgliedern hat Kenia die größte Quäker-Gemeinde der Welt (Noch vor USA und GB). Mindestens 10 Prozent der Kenianer werden den traditionellen afrikanischen Religionen zugerechnet. Daneben gibt es vor allem an der Küste über 20 Prozent Muslime der sunnitischen Richtung. Im östlichen Viertel des Landes dominieren muslimische Somali, die etwa die Hälfte aller Muslime Kenias ausmachen.

Parteien, Wahlen und Verfassungskonflikt
Wegen Korruptionsvorwürfen wurden 2005/06 zehn Minister entlassen oder traten wegen größerer Finanzskandale selbst zurück.
Am 22. März 2006 trat das (nach der für die Regierung gescheiterten Volksabstimmung über die neue Verfassung) von Präsident Kibaki beurlaubte Parlament zur neunten Periode zusammen. Kibaki äußerte sich zur neuen Verfassung und positiv zum Kampf gegen die Korruption. Er bejahte die Pressefreiheit, mahnte die Presse aber gleichzeitig zur Verantwortung.
Präsident Kibaki, Raila Odinga und Kalonzo Musyoka traten in der Präsidentenwahl im Dezember 2007 als Kandidaten an. Kibaki liess sich trotz Unregelmässigkeiten zum Präsidenten ausrufen, was bis heute andauernde Tumulte auslöste.

Hunger und Überflutungen
Im Januar 2006 litt der Nordosten des Landes unter den Folgen einer Dürre und dem damit einhergehenden Nahrungsmittelmangel; von der Hungerkrise am Horn von Afrika 2006 waren auch in den angrenzenden Ländern Millionen Menschen bedroht. Anfang April 2006 kam es nach rekordartigen Regenfällen (Nairobi: 54,5 mm) im ganzen Land zu Überflutungen. Einige Menschen starben in den Fluten. Mehrere Orte im Norden waren von der Außenwelt abgeschnitten, so dass die Armee Hubschrauber zur Versorgung der Bevölkerung einsetzte.

Korruption
Korruption kann in Kenia in allen Regierungsperioden der drei bisherigen Präsidenten Kenyatta, Moi und Kibaki beobachtet werden. Im Korruptions-Index (Corruption Perceptions Index; CPI) von Transparency International rangiert Kenia unter 159 Ländern an 144. Stelle. Eine Schätzung besagt, dass der durchschnittliche kenianische Stadtbewohner 16 Mal pro Monat besticht, z. B. Polizisten an Straßensperren.

Aussenhandel
Kenia hat nur geringfügige Vorkommen an Bodenschätzen. Kenia lebt vom Kaffee- und Tee-Export, von der Industrie (Maschinen- und Fahrzeugbau, Textil und Bekleidung, Ernährung und Genussmittel) und vom Tourismus (Nationalparks und Wildreservate). Der Handel mit Elfenbein und der Abschuss von Elefanten sind verboten.
In den letzten Jahren konnte im gleichen Maße, wie der Kaffee an Bedeutung verlor, die Blumen-Industrie gewinnen.

Ausbildung
Kindergärten und Vorschulerziehung (preschool education) sind überwiegend auf die Städte beschränkt und kostenpflichtig. Sie werden meist von bildungsstarken und wohlhabenderen Elternhäusern verlangt.

Besonders auf dem Land wurden viele Grundschulen nach dem Harambee-Prinzip unterhalten, d.h. die Eltern finanzierten sie durch Spenden selbst. Diese Schulen waren in jeder Hinsicht arm. Diese Situation verbesserte sich erst, als 2003 die Regierung Kibaki ihr Wahlversprechen einlöste und das Schulgeld für die "Primary Schools" abschaffte. Damit ermöglichte sie zum ersten Mal den Zugang zur Bildung für Kinder aus ärmeren Familien. Es gingen plötzlich 1,7 Millionen Kinder mehr zur Schule. Jedoch blieben Investitionen im Bildungssektor aus, und das Schulsystem ist kaum im Stande, der steigenden Anzahl von Schülern gerecht zu werden.

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist auf 1:100 gefallen, ein qualitativ guter Unterricht ist daher kaum möglich. Zudem nimmt die Zahl der Lehrer kontinuierlich ab. Weiterführende Schulen (Klasse 9-12) sind kostenpflichtige Gesamtschulen. Ihre Träger sind der Staat, große Organisationen wie z. B. die Kirchen oder Privatleute. Aufgrund der Kosten sind diese Schulen für große Teile der Bevölkerung unzugänglich, auch wenn die Privatschulen Stipendien vergeben. Einige Schulen nehmen kostenlos nur begabte Kinder aus den Slums auf.

Berufsausbildung
Eine Berufsausbildung, wie sie in der Schweiz etwa nach dem Dualen System oder in Berufsfachschulen flächendeckend bekannt ist, existiert in Kenia nicht. Entweder erfolgt eine Art Ausbildung im Betrieb (in-service-training) oder an einer in den Städten zahlreichen Privatinstituten, etwa für Kfz-Mechaniker, Frisöre oder Computerfachleute. Alle diese Ausbildungen kosten Geld. Ein Hardware-Fachmann wird z. B. in Nairobi für 3.000 Fr. in 18 Monaten ausgebildet. So eine Ausbildung erhöht die Chancen auf dem freien Markt enorm, kann aber kaum von einem Durchschnitt- Kenianer bezahlt werden

Tourismus
In Kenia findet sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Landschaften, die alle charakteristisch für den afrikanischen Kontinent sind. Dies alles ist im wesentlichen für den Tourismus erschlossen, sowohl was den Massentourismus - meist an der Küste - aber auch den Individualtourismus - eher im Landesinneren, z. B. bei der Besteigung des Mount Kenya - angeht. Tragendes Element des Tourismus sind neben den weißen Stränden an der Küste die großen Nationalparks. Der Tourismus bildet die Haupteinnahmequelle in Kenia, ist wirtschaftlich gesehen überlebenswichtig.

(aus der freien Enzyklopädie Wikipedia)